0
Zur Übersicht

Arbeitskultur

Von Garnelen lernen. Oder: Arbeitskultur trifft Raumkonzept.

Von Shin Oh, General Manager

Vor ein paar Jahren wollte meine Tochter unbedingt ein Haustier haben. Leider – oder zum Glück – sind vierbeinige Lebewesen mit Fell bei uns nicht erlaubt. Ich habe ihr also in einer Nacht- und Nebelaktion ein Nanoaquarium inklusive Sakura-Garnelen gekauft. Für alle Nicht-Aquaristen: ein Nanoaquarium ist ein winziges Aquarium, das nicht nur schick aussieht, sondern offenbar auch leicht zu pflegen ist. Ach ja? Träumt weiter! Nach dem ersten Begräbnis mussten wir feststellen: klein ist nicht gleich einfach. Das macht Sinn: ein kleines Ökosystem kippt schneller, als ein großes Ökosystem.

Was hat das jetzt mit unserer Arbeitskultur zu tun?

Ein Unternehmen ist wie ein Ökosystem. Es besteht aus vielen unterschiedlichen Lebewesen, die alle in einer Art Aquarium oder Käfig sitzen. Das nennt man Arbeit.

Meine Aufgabe ist es dafür zu sorgen, dass dieses Ökosystem funktioniert und die Mitarbeiter gerne zur Arbeit kommen. Die Basis dafür ist eine gesunde Kultur. Eine authentische Kultur. Die erreicht man, indem man Mit-arbeiter mit-gestalten lässt. Die Mitarbeiter prägen die Kultur. Die Kultur prägt die Mitarbeiter. Juhu! Ein Ökosystem.

Als wir vor einigen Monaten begannen unseren Umzug zu planen, drohte das System zu kippen. Denn der Umzug bedeutete auch: weniger Fläche und weniger Einzelbüros.

Es gibt ein schlaues Buch. Da kann man nachlesen, dass sich die Menschheit in dynamische und statische Typen aufteilen lässt. Das gilt auch für Unternehmen. Ich behaupte: wir sind ein dynamisches Unternehmen. Heißt: In jeder Veränderung sehen wir eine Chance. Heißt: Wir haben den Umzug genutzt, um das Arbeitsumfeld zu optimieren. Heißt: die Kultur verbessert sich zwangsläufig.

Wir sind eine digitale Kreativagentur. Natürlich verwenden wir alles, was man so als digitale Kreativagentur verwendet. Wir haben mehr Tools als ich Turnschuhe: Slack, Jira, Confluence, Trello, Schießmichtot und vor allem Schießmichtot. Und alles wird digitaler, alter Falter.

Wen wundert es, dass der Schrei nach Menschen, Wärme und good old analog immer lauter wird. Auch bei uns. In zahlreichen Gesprächen haben wir festgestellt, dass die Mitarbeiter sich nach einem direkten Austausch mit dem Team und den Vorgesetzten sehnen. Tools helfen bei Projekten, ersetzen aber nicht das direkte Gespräch. Ganz im Gegenteil: Je digitaler - desto analoger.

Wir so: Alles klar! Openspace ist der heiße Scheiß. Voll flexibel und voll agil. Voll State-of-the-art und überhaupt Benchmark. Vor allem Bench.

Seit einigen Wochen sitzen die Teams je nach Projekt und Gewerk übergreifend zusammen. Bei uns muss man nicht jeden Morgen einen neuen Platz suchen, aber es gibt auch keine festen Arbeitsplätze. Semi-flexibel.

Das Feedback ist positiv. Die ersten Pitches haben gezeigt, dass man auch ohne ständige Meetings arbeiten kann. Niemand muss auf Feedbacks warten: man holt sich sein Feedback direkt ab. Einfach den Tischnachbarn fragen. No more Bottlenecks. Informationen werden sofort geteilt und enden nicht im geistigen Spamordner.

Es ist auch nicht lauter geworden. Weil jeder Rücksicht nimmt. Das ist der Büchereieffekt.

Und wenn wir merken, dass das alles doch nicht so gut funktioniert: „Alles halb so drama“, wie man bei uns sagt. Dann ändern wir uns. Wir sind schließlich ein dynamisches Unternehmen. Trial and Error.

Es wurde also vieles richtig gemacht: die Mitarbeiter waren von Anfang an involviert. Sie haben die Räume mitgestaltet. Alle durften jederzeit die Baustelle besichtigen. Wir haben zugehört, denn wir wissen: Die Mitarbeiter prägen die Kultur.

Ich halte nur das Aquarium sauber.

Shin Oh General Manager
"An unserer Kultur arbeiten wir alle gemeinsam."
Shin Oh General Manager
"An unserer Kultur arbeiten wir alle gemeinsam."
Shin Oh General Manager
"An unserer Kultur arbeiten wir alle gemeinsam."